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Vorbemerkung:
Bei der Förderung des Niederdeutschen in Schleswig-Holstein ist im Jahre 1993 davon auszugehen, daß in den öffentlichen Haushalten dafür in der Regel keine zusätzlichen Mittel bereitgestellt werden können. Die Förderung des Niederdeutschen muß daher bis zu einer Konsolidierung der öffentlichen Haushalte im Rahmen der zur Zeit dafür bereitgestellten Ressourcen erfolgen. Diese Beschränkung sollte nicht nur negativ bewertet werden; sie kann auch die Sache fördern, wenn es gelingt, in vorhandenen Einrichtungen die Pflege der niederdeutschen Sprache und die Beschäftigung mit der durch das Niederdeutsche geprägten Kultur zu intensivieren.
1 Niederdeutsch in der vorschulischen Erziehung
Einstellung zur Sprache und das Sprechverhalten werden entscheidend im vorschulischen Alter geprägt. Die Friesen haben daraus die Konsequenz gezogen und Kindergärten (in Risum/Lindholm und auf Föhr) eingerichtet, in denen Friesisch gesprochen wird und Überlieferungen der friesischen Kultur Kindern altersgemäß nahegebracht werden.
Es ist zu vermuten, daß auch viele Eltern und Großeltern, die niederdeutsch sprechen oder dem Niederdeutschen zugetan sind, es daher begrüßen, wenn das Niederdeutsche in Kindergärten berücksichtigt und den Kinder ein spielerischer Zugang zum Niederdeutschen ermöglicht wird.
1.1
Durch Beratung und Information (vgl. 9!) sind Träger von Kindergärten (AWO, Deutsches Rotes Kreuz, Kirchen, Waldorf-Vereine, Gemeinden und Gemeindeverbände u.a.) auf diese Möglichkeit aufmerksam zu machen. Eine entsprechende Broschüre wird durch den Sozialminister im Zusammenwirken mit der Bildungsministerin erstellt und über die Pressestelle der Landesregierung vertrieben.
1.2
Einzubeziehen sind in diese Maßnahmen die Seminare für Kinder und Jugendliche, die der SHHB zusammen mit Eltern und Großeltern durchführt und in denen niederdeutsche Sprache und niederdeutsche Kultur gepflegt werden.
1.3
An den zehn sozialpädagogischen Fachschulen in Schleswig-Holstein (Ausbildungsstätte für Erzieherinnen und Erzieher) wird mittelfristig die niederdeutsche Sprache und niederdeutsches Kulturgut, soweit es in Kindergärten verwendbar ist, in die Lehrpläne aufgenommen. Kurzfristig beginnen jene sozialpädagogischen Fachschulen mit dieser Erweiterung der Lehrpläne, an denen Fachkräfte vorhanden sind, die sich zutrauen (mit Hilfe des IPTS), entsprechende Pilotfunktionen zu übernehmen. Die Bildungsministerin wird diese neue Aufgabe den sozialpädagogischen Fachschulen in einer Fachkonferenz darstellen.
1.4
Für die Kindergärten werden durch eine noch näher zu bestimmende Arbeitsgruppe (Bildungsministerium, IPTS, SHHB, Sparkassen- und Giroverband) Materialien über niederdeutsche Reime, Lieder, Kinderspiele u.a. zusammengestellt. Für Druck und Verbreitung sind Sponsoren zu finden. Diese Materialien können verbunden werden mit den unter 1.1 bis 1.3 genannten Maßnahmen.
2 Niederdeutsch in der Schule
In den Schulen Schleswig-Holsteins wird bereits in vielfältiger Weise die niederdeutsche Sprache gepflegt und Elemente der durch das Niederdeutsche geprägten Kultur in den Unterricht einbezogen. Diese Ansätze sind zu verstärken.
2.1
Der Erlaß der Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur und Sport "Nieder-deutsch in der Schule" vom 07. Januar 1992 bildet den Rahmen für die Förderung der niederdeutschen Sprache und für die verbindliche Beschäftigung mit der durch das Niederdeutsche geprägten Kultur Norddeutschlands. Dieser Erlaß ist auf Dienstversammlungen der Schulleiterinnen und Schulleiter sowie der Schulrätinnen und Schulräte in Hinsicht auf seine Auswirkungen für die inhaltliche Gestaltung von Unterricht und Schulleben zu erörtern.
2.2
Auf der Grundlage des o.g. Erlasses werden Lehrplanbausteine unter Beteiligung der Hochschulen, des SHHB und niederdeutscher Vereine erarbeitet, die Eingang finden in die Lehrpläne der Schularten und der dafür geeigneten Fächer. Es wird sichergestellt, daß auch im fächerübergreifenden, projektbezogenen Unterricht die Vorgaben des o.g. Erlasses Eingang in die Erziehungsarbeit der Schule finden.
2.3
Die niederdeutsche Sprache und die durch das Niederdeutsche geprägte Kultur werden regelmäßiger Bestandteil der Lehrerfortbildung durch das IPTS. Für entsprechende Veranstaltungen sind zusätzliche Sponsoren zu den bereits Tätigen (Sparkassen- und Giroverband, SHHB) zu gewinnen. Es ist zu prüfen, ob durch die Beteiligung von Sponsoren auch Erzieherinnen und Erzieher, die nicht in der Schule tätig sind (aus Kindergärten, Vereinen, Volkshochschulen usw.), in diese IPTS-Veranstaltungen hineingenommen werden oder neben dem IPTS entsprechende Fortbildungsmöglichkeiten erhalten können. Anzustreben ist eine Kooperation der verschiedenen Institutionen, die sich mit der Aus- und Fortbildung im Niederdeutschen beschäftigen.
2.4
Der Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holsteins wird gebeten, die "Plattdeutschen Lesewettbewerbe" in den Schulen im zweijährigen Rhythmus fortzusetzen. Die dabei verwendeten Texte sind weiterhin zu aktualisieren. Die Schulen werden aufgefordert, diesen Wettbewerb zu unterstützen. Ergänzend dazu sollten Sponsoren für einen niederdeutschen Theaterwettbewerb der Schulen gefunden werden.
2.5
Zur Förderung des Niederdeutschen ist an jeder Schule eine Beauftragte oder ein Beauftrager für das Niederdeutsche zu benennen.
Diese Beauftragten arbeiten eng mit jenen Personen und Institutionen zusammen, die Fortbildung und Materialien zur Förderung des Niederdeutschen anbieten (vgl. 9!), und fördern alle Maßnahmen, die der Pflege des Niederdeutschen in den Schulen dienen.
2.6
Gerade in der Pflege des Niederdeutschen werden sich die Schulen den örtlichen Aktivitäten in Vereinen und bei Weiterbildungsträgern öffnen und eng mit ihnen in der Förderung des Niederdeutschen zusammenwirken.
3 Niederdeutsch in den Hochschulen
Die wissenschaftliche Fundierung und Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart des Niederdeutschen erfolgt überwiegend in den Hochschulen. Freiwillig übernehmen die Hochschulen darüber hinaus eine beratende und helfende Aufgabe für die Landschaft, sofern die eigentlichen Aufgaben darunter nicht leiden.
3.1
In der Lehrerbildung sollen die durch den Erlaß der Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Sport vom 07. Januar 1992 vorgeschriebenen Unterrichtsinhalte und Erziehungsziele als Rahmenbedingungen und exemplarisch in die Studienordnungen und in die Prüfungsordnungen der für die Förderung des Niederdeutschen relevanten Fächer aufgenommen werden.
3.2
Soweit und sobald es die Kapazitäten erlauben, werden die Hochschulen Weiterbildungsangebote für Niederdeutsch machen.
3.3
Die Arbeit des Instituts für niederdeutsche Sprache (INS) in Bremen wird auch in Zukunft durch das Land gefördert; die in Schleswig-Holstein arbeitenden Institutionen und Organisationen sollten das wissenschaftliche Potential dieses Instituts nutzen und einen regen Informationsaustausch mit diesem Institut in allen Fragen der niederdeutschen Sprache und Kultur anstreben.
4 Niederdeutsch in der Kirche
Anknüpfend an die Lutherzeit, hat die evangelische Kirche die niederdeutsche Sprache im Gottesdienst, in der Andacht, in der Seelsorge und in kirchlichen Zirkeln verwendet.
4.1
Die Nordelbische Kirche wird gebeten, im Sinne dieses Planes die Förderung des Niederdeutschen in der Aus- und Fortbildung der Pastorinnen und Pastoren und die Pflege des Niederdeutschen im Gottesdienst und in allen Aktivitäten der Kirche zu betreiben. Auf die Spracherwerbskurse an der Niederdeutschen Abteilung der Universität Kiel wird besonders hingewiesen.
4.2
Die Katholische Kirche wird gebeten zu prüfen, welchen Stellenwert sie der niederdeutschen Sprache einräumen kann.
4.3
Je eine Vertreterin oder ein Vertreter der Nordelbischen Kirche und der Katholischen Kirche werden vom Beirat Niederdeutsch beim Schleswig-Holsteinischen Landtag zur Information über die in 4.1 und 4.2 genannten Möglichkeiten zu einer Sitzung eingeladen.
5 Niederdeutsch im Theater
In vielen Theatern Schleswig-Holsteins - von den großen renommierten, landesweit wirkenden Bühnen bis hin zu spontan aus bestimmtem Anlaß entstehende Laienbühnen - wird Theater in niederdeutscher Sprache auf sehr unterschiedliche Weise gespielt. Diese Vielschichtigkeit und Vielfältigkeit ist ein erhalteswertes Merkmal Schleswig-Holsteins.
5.1
Die Träger von Weiterbildungsveranstaltungen werden gebeten, die Bildung und Weiterbildung von niederdeutschen Laienspielern in ihre Programme mit aufzunehmen, entsprechend der "Landesarbeitsgemeinschaft Spiel" des SHHB, in der Laienspieler und Laienregisseure weitergebildet werden, und dem umfassenden Weiterbildungsangebot des "Landesverbandes der Amateurtheater Schleswig-Holsteins" und des Niederdeutschen Bühnenbundes.
5.2
So wie es einen Sponsor für den niederdeutschen Lesewettbewerb gibt, wird der Versuch unternommen, Sponsoren für einen niederdeutschen Theaterwettbewerb an Schulen zu gewinnen (vgl. 2.4!).
5.3
Die größeren Bühnen des Landes (z.B. in Kiel und Lübeck, die Landesbühne u.a.) werden gebeten, verstärkt niederdeutsche Stücke der niederdeutschen Bühnen in ihr Repertoire aufzunehmen.
6 Niederdeutsch in Vereinen
Die Pflege der niederdeutschen Sprache, des Brauchtums und der Kultur erfolgt in einer noch nirgends vollständig erfaßten Zahl von Vereinen. Sie sind Ausdruck dafür, daß in Schleswig-Holstein Menschen das Niederdeutsche pflegen und Freude am Niederdeutschen haben. Diese Vereine sind neben den öffentlichen und privaten Bildungsträgern die wichtigste Grundlage für die Erhaltung der niederdeutschen Sprache in Schleswig-Holstein und für die Förderung der mit dieser Sprache verbundene Kultur.
6.1
So wie die Friesen im Nordfriesischen Institut in Bredstedt eine Informations- und Beratungsstelle erhalten haben, wird für die dem Niederdeutschen verbundenen Vereine ein Informations-, Beratungs- und Weiterbildungssystem aufgebaut (vgl. 9 und 10!).
6.2
Die Kreise und die kreisfreien Städte werden durch die Bildungsministerin im Zusammenwirken mit dem Innenminister gebeten, nach vorgegebenen Kriterien die Vereine und Organisationen in ihren Kreisen und Städten zu erfassen, die sich mit der Pflege des Niederdeutschen befassen, damit sie in die Verteiler für Beratung, Information und Weiterbildung aufgenommen werden können. Die Liste dieser Vereine wird öffentlich zugänglich gemacht.
6.3
Die Kreise und kreisfreien Städte werden gebeten zu prüfen, ob ggf. mit Hilfe von Sponsoren in genauer zu bestimmenden Abständen analog dem Schleswig-Holstein-Tag auf Kreisebene "Tage" unter der Überschrift "Plattdeutsch in ..." organisiert werden, die von den das Niederdeutsche fördernden Vereinen und Organisationen gestaltet werden und auf denen sich die Vereine einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen können.
7 Niederdeutsch in den Medien
In den Zeitungen, im Rundfunk und im Fernsehen wird dem Niederdeutschen ein in der Regel bescheidener Platz eingeräumt. Der niederdeutsche Büchermarkt weitete sich aus, zeigt aber neuerdings Anzeichen einer Rezession. Es ist positiv anzumerken, daß insbesondere in Zeitungen und im Fernsehen dieser Platz vergrößert wurde. Negativ aber ist anzumerken, daß dem Niederdeutschen in den Medien überwiegend eine Rolle zugewiesen wird, mit der das Niederdeutsche von den ernsteren Themen der Politik, der Berufswelt, der Bildung, der Geschichte und der Gesellschaft ausgeschlossen wird.
7.1
In einem Gespräch der Landtagspräsidentin [bzw. des Landtagspräsidenten] wird mit Vertretern der Zeitungen, des Rundfunks und des Fernsehens die Rolle des Niederdeutschen in den Medien erörtert. Ziel einer solchen Veranstaltung sollte eine gemeinsame Resolution zur angemessenen Berücksichtigung des Niederdeutschen in den Medien sein.
7.2
Zu prüfen ist, ob eine ähnliche Veranstaltung auch mit Verlegern sinnvoll erscheint.
7.3
Es ist zu prüfen, ob nicht bei bestimmten Themen Presseverlautbarungen auf Landesebene in niederdeutscher Sprache abgesetzt werden können.
8 Niederdeutsch in der Politik
Der Schleswig-Holsteinische Landtag debattiert in unregelmäßigen Abständen in niederdeutscher Sprache. In vielen Gemeindevertretungen wird oft die niederdeutsche Sprache neben der hochdeutschen verwendet; einige Gemeindevertretungen verhandeln nur in niederdeutscher Sprache.
8.1
Zu prüfen ist, ob es eine Möglichkeit (kommunale Landesverbände?) gibt, die Präsidentinnen und Präsidenten sowie die Bürgervorsteherinnen und Bürgervorsteher der schleswig-holsteinischen Parlamente zu erreichen, um sie zu ermuntern, niederdeutsche Debattenbeiträge zwanglos neben hochdeutschen in allen Beratungspunkten zu fördern und zuzulassen.
8.2
Es ist ebenfalls zu prüfen, ob es eine Möglichkeit (kommunale Landesverbände?) gibt, analog der Veröffentlichungspraxis der Landtagspräsidentin [bzw. des Landtagspräsidenten], Informationen und Darstellungen auf Kreis- und Gemeindeebene auch in niederdeutscher Sprache zu veröffentlichen.
9 Information und Beratung
Ein Kennzeichen für die zahlreichen niederdeutschen Aktivitäten in Schleswig-Holstein ist, daß sie häufig nebeneinander wirken, ohne Genaues voneinander zu wissen, und daß sie wenig Hilfe und Rat erhalten oder nicht wissen, an wen oder an welche Einrichtung sie ihre Fragen stellen sollen. Dringend geboten ist daher der Ausbau der Information und der Beratung für niederdeutsche Belange in Schleswig-Holstein und die Verbreitung der Kenntnisse über entsprechende Möglichkeiten.
9.1
Für den Landesteil Schleswig wird in der Heimvolkshochschule Leck, für den Landesteil Holstein in der Stiftung Mecklenburg in Ratzeburg je ein Niederdeutsches Zentrum als zentrale Informations- und Beratungsstelle eingerichtet. Ihre Aufgaben sind u.a.
- Beantwortung der das Niederdeutsche betreffenden Fragen aus der Region und ggf. Weiterleitung der Fragen an kompetente Institutionen (z.B. Institut für Niederdeutsche Sprache in Bremen)
-Beratung von Personen und Einrichtungen, die sich mit dem Niederdeutschen beschäftigen oder beschäftigen möchten (vgl. 1.1 !)
- Auf- und Ausbau von je einer Bibliothek, die vordringlich auf die Bedürfnisse örtlicher Vereine abgestellt ist (Materialien)
(Dieser Auf- und Ausbau wird z.Z. nur wenig durch öffentliche Haushalte gefördert werden können; hier gilt es, Sponsoren zu finden.)
- Verknüpfung der vorhandenen Bildungseinrichtungen (vgl. 2.5, 9.2, 9.3, 9.4).
9.2
Neben dem SHHB, der bisher in erheblichem Umfange beratend tätig war, und neben den Niederdeutschen Zentren in Leck und Ratzeburg, die mit der Beratung beginnen sollen, werden zunehmend die Volkshochschulen und die Kulturringe in den Kreisen, den kreisfreien Städten und in den Gemeinden oder Gemeindeverbänden Beratungsaufgaben zur Förderung des Niederdeutschen übernehmen müssen. Zwischen diesen Institutionen ist ein enger Kontakt herzustellen.
9.3
Das IPTS wird in dieses Beratungsystem (und Weiterbildungssystem) mit einbezogen, da schulische und außerschulische Aktivitäten zur Förderung des Niederdeutschen sich oft ergänzen oder ineinander greifen (vgl. 2.3!).
9.4
Das Institut für Niederdeutsche Sprache in Bremen erhält mit den Niederdeutschen Zentren in Leck und Ratzeburg zusätzliche Ansprechpartner zur Förderung des Niederdeutschen in Schleswig-Holstein.
10 Weiterbildung
Es gibt in Schleswig-Holstein bereits viele Weiterbildungsmöglichkeiten für Menschen, die sich mit dem Niederdeutschen beschäftigen möchten oder in Vereinen für die Förderung des Niederdeutschen wirken. Dieses Weiterbildungssystem kann durch den Ausbau und durch Abstimmung der Weiterbildungsberatung (vgl. 9!) noch effizienter gestaltet werden.
10.1
Mit der Einrichtung je eines Niederdeutschen Zentrums in der Heimvolkshochschule Leck und in der Stiftung Mecklenburg in Ratzeburg werden diese beiden Institutionen ein Schwergewicht in ihren Veranstaltungsprogrammen auf die Förderung des Niederdeutschen in Schleswig-Holstein legen.
10.2
Es ist anzustreben, daß auch andere Weiterbildungsträger (Volkshochschulen, Kulturringe, Akademien, SHHB) die Förderung des Niederdeutschen in ihre Programme verstärkt aufnehmen. Es ist weiterhin anzustreben, daß die Niederdeutschen Zentren in Leck und Ratzeburg jährlich alle Weiterbildungsangebote abstimmen, zusammenstellen und bei Kostenbeteiligung der Weiterbildungsträger veröffentlichen, damit Überschneidungen vermieden werden und eine optimale Auslastung der Angebote ermöglicht wird.
10.3
Weiterbildungsangebote der Hochschulen sind, soweit die Kapazitäten der Hochschulen es erlauben, eine Ergänzung des Weiterbildungsangebots auf wissenschaftlicher Ebene.
Der Landesplan stand im Mittelpunkt intensiver Diskussion im Beirat Niederdeutsch beim Schleswig-Holsteinischen Landtag; das Kultus- und das Bildungsministerium wurden in die Beratung miteinbezogen, so daß der 3. Entwurf dann zur endgültigen Fassung werden konnte. Am 14.6.1993 stimmten die Beiratsmitglieder dem Landesplan zu; am 1. Juli 1994 beriet der Schleswig-Holsteinische Landtag den Landesplan und beauftragte die Landesregierung mit seiner Umsetzung. In dieser Debatte erklärte der damalige Minister Hans Wiesen, daß der Landesplan der "güllen Faaden" zur Pflege des Niederdeutschen in Schleswig-Holstein ist.
(nach: Fischer, Karl-Rudolf und Kurt Schulz, "Ein Netzwerk für Niederdeutsch in Schleswig-Holstein", hg. von der Stiftung Mecklenburg Ratzeburg, 1994)