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Lehrplanbausteine für Niederdeutsch in der Schule



I. Vorbemerkung
II. Allgemeine Zielsetzung
III. Niederdeutsch in der Grundschule
III.1. Allgemeines
III.2. Niederdeutsch in den einzelnen Fächern
III.2.1. Niederdeutsch im Deutschunterricht
III.2.2. Niederdeutsch im Heimat- und Sachunterricht
III.2.3. Niederdeutsch im Religionsunterricht
III.2.4. Niederdeutsch im Musikunterricht
III.2.5. Niederdeutsch in der freien Arbeit
III.2.6. Niederdeutsch in Arbeitsgemeinschaften
IV. Niederdeutsch in der Sekundarstufe 1
IV.l. Allgemeines
IV.2. Niederdeutsch im Deutschunterricht
IV.3. Niederdeutsch in anderen Fächern
IV.4. Niederdeutsch im Wahlpflicht- und Wahlbereich


I. Vorbemerkung

Mit Erlaß vom 7. Januar 1992 hat die damalige Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur die Bedeutung des Niederdeutschen für Bildung und Erziehung der Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein neu hervorgehoben und grundsätzliche Regelungen erlassen, nach denen künftig in den Schulen des Landes vorzugehen ist.

Danach ist es verpflichtende Aufgabe der Schule, in den dafür geeigneten Fächern Kenntnisse über niederdeutsche Sprache und Literatur zu vermitteln und aufzuzeigen, in welchen Lebensbereichen das Niederdeutsche von Bedeutung ist.

In demselben Erlaß wurde die Bildung einer Arbeitsgruppe angekündigt, die Vorschläge für die Einbeziehung des Niederdeutschen in den Unterricht der Schule sowie in Lehrerbildung und Lehrerfortbildung erarbeiten sollte. Diese Arbeitsgruppe wurde im März 1992 berufen und nahm mit ihrer ersten Sitzung am 27. März 1992 die Arbeit auf. Die nachstehenden Ausführungen sind das Arbeitsergebnis dieser Gruppe, das hiermit vorgelegt wird.

Auftragsgemäß hat die Gruppe keinen gesonderten Lehrplan für ein eigenständiges Fach Niederdeutsch erstellt. Vielmehr hatte sie Vorschläge dafür zu erarbeiten, mit welchen konkreten Aufgaben und Inhalten die Schularten, Schulstufen, Fächer und Fachbereiche an der Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten aus dein Bereich Niederdeutsch mitwirken sollten.

 

II. Allgemeine Zielsetzung

In Schleswig-Holstein besteht eine breitgefächerte sprachliche Vielfalt, Viele Menschen sprechen oder verstehen Niederdeutsch. Das gesellschaftliche Leben und die kulturelle Geschichte unseres Landes sind durch das Niederdeutsche stark beeinflußt worden.

Daraus erwächst der Schule die verbindliche Aufgabe, in dafür geeigneten Fächern und Fachbereichen Kenntnisse über die niederdeutsche Sprache, Literatur und Kultur zu vermitteln.

Unterricht über Niederdeutsch ist in erster Linie Bestandteil des Faches Deutsch; auch in anderen Unterrichtsfächern und Arbeitsbereichen soll Niederdeutsch situationsbezogen berücksichtigt werden. Dies gilt für alle Klassenstufen aller Schularten.

Darüber hinaus soll die Schule in gezielter Weise zum Gebrauch der Sprache ermuntern und die Fähigkeit, Niederdeutsch zu sprechen, fördern. Hierfür bieten - jeweils nach den schulischen Möglichkeiten - sich sowohl Fachunterricht als auch fächerübergreifender Unterricht, Wahlpflicht-unterricht, der Unterricht in Grund- und Leistungskursen sowie in Arbeitsgemeinschaften an.

Die unterrichtliche Begegnung mit dem Niederdeutschen soll dazu beitragen, Schülerinnen und Schüler zu befähigen, die Grundwerte menschlichen Zusammenlebens besser zu erkennen sowie Sprachen und Kulturen unseres Landes in das eigene Lebensbewußtsein einzubeziehen.

 

III. Niederdeutsch in der Grundschule

III.1. Allgemeines

In der Grundschule ist - wie für alle anderen Bildungsinhalte - Grund zu legen für den weiterführenden Niederdeutschunterricht in den allgemeinbildenden Schularten der Sekundarstufe 1.

Alle bisherigen Erfahrungen haben ergeben, daß sowohl das Interesse der Schülerinnen und Schüler als auch die Bereitschaft der Lehrkräfte, sich mit der niederdeutschen Sprache und mit der Thematik Niederdeutsch zu befassen, in der Grundschule besonders ausgeprägt sind. Darum ist es wichtig, die Möglichkeiten der Grundschule zu nutzen und die Lernziele im Zusammenhang mit der niederdeutschen Sprache in den verschiedenen Fächern sorgfältig zu realisieren.

Im Verlauf der Grundschulzeit sollen die Schülerinnen und Schüler folgende Lernziele erreichen:

Sie müssen

- wissen, daß in Schleswig-Holstein nicht nur Hochdeutsch, sondern auch Niederdeutsch - in einigen Gebieten außerdem Friesisch, Dänisch oder Südjütisch - gesprochen wird;

- Niederdeutsch an mündlichen und schriftlichen Beispielen kennengelernt haben und sie wiedererkennen können;

- beispielhaft erfahren, in welcher Form die niederdeutsche Sprache in der alltäglichen Umwelt - niederdeutsch sprechende Personen in der Familie, in der Nachbarschaft... ; Texte in Presse, Rundfunk, Fernsehen, Theater .. - -, Straßennamen, Ortsnamen ... - auftritt;

- beispielhaft erfahren, daß niederdeutsche Bezeichnungen in die hochdeutsche Sprache eingegangen sind, und Beispiele dafür nennen können;

- wissen, daß sich auch die niederdeutsche Sprache entwickelt hat und noch heute verändert:,

- einige - ältere und neuere - niederdeutsche Autorinnen bzw. Autoren und einige ihrer Texte kennen;

Darüber hinaus sollte - wo immer die schulischen und personellen Verhältnisse es zulassen - angestrebt werden, daß die Schülerinnen und Schüler ...........

- einige niederdeutsche Sprüche, Reime, Redensarten, Gedichte, kurze Texte und Lieder auswendig kennen;

- einfache niederdeutsche Texte durch Lesen erschließen können;

- einfache niederdeutsche Alltagsbegriffe, Wörter und Redewendungen verstehen, aussprechen und in konkreten Sprechsituationen anwenden können.

 

III.2. Niederdeutsch in den einzelnen Fächern

Da ein eigenes Fach für den Niederdeutschunterricht nicht vorgesehen ist, sind diese Lernziele anhand entsprechender Themen in denjenigen Fächern anzustreben und zu verwirklichen, in die sie unter fachlichen Gesichtspunkten hineingehören und in denen sie sich in natürliche, sachlogische Unterrichtszusammenhänge einfügen lassen.

III.2.1. Niederdeutsch im Deutschunterricht

Als Erscheinungsform der sprachlichen Wirklichkeit in Schleswig-Holstein muß die niederdeutsche Sprache vor allem im Deutschunterricht behandelt werden.

Alle üblichen Anforderungen an den Deutschunterricht und seine einzelnen Teilbereiche gelten auch für den Niederdeutschunterricht, wobei von der Sache her niederdeutsche Thematik vor allem im Sprach- und Literaturunterricht mündliches Sprachhandeln, Umgang mit Texten, weiterführendes Lesen anzusiedeln ist. Das Schreiben niederdeutscher Texte wird nicht verlangt.

Das bedeutet, daß immer dann, wenn grundlegende sprachliche und literarische Phänomene im Deutschunterricht behandelt werden, diese auch auf niederdeutsche Texte zu beziehen oder anhand niederdeutscher Texte zu verdeutlichen sind.

Im einzelnen muß im Deutschunterricht der Grundschule sichergestellt werden,

daß die Schülerinnen und Schüler

- Niederdeutsch von Hochdeutsch unterscheiden können;

- beispielhaft erfahren, daß das Niederdeutsche noch vielfach gesprochen und geschrieben wird;

- beispielhaft erfahren, daß niederdeutsche Bezeichnungen in die hochdeutsche Sprache eingegangen sind und Beispiele dafür nennen können;

- einige - ältere und neuere - niederdeutsche Autoren und einige ihrer Texte kennen;

- wissen, daß sich auch die niederdeutsche Sprache entwickelt hat und noch heute verändert;

Darüber hinaus ist - je nach den gegebenen sprachlichen und personellen Verhältnissen an den Schulen - anzustreben, daß die Schülerinnen und Schüler

- Inhalt und Sinn altersgerechter niederdeutscher 'Texte - z. B. Sagen, Märchen, Spielszenen ... - beim Hören verstehen und erfassen können;

- einige niederdeutsche Sprüche, Reime, Redensarten, Gedichte, kurze Texte... auswendig kennen;

- einfache niederdeutsche Texte durch Lesen erschließen können;

- einfache niederdeutsche Alltagsbegriffe, Wörter und Redewendungen verstehen, aussprechen und in konkreten Sprechsituationen anwenden können.

 

III.2.2. Niederdeutsch im Heimat- und Sachunterricht

Zu den grundlegenden Kenntnissen, die im Heimat- und Sachunterricht vermittelt werden müssen, gehört

- daß in Schleswig-Holstein nicht nur Hochdeutsch, sondern auch Niederdeutsch - in einigen Gebieten außerdem Friesisch, Südjütisch oder Dänisch gesprochen wird;

- daß die niederdeutsche Sprache in vielen Alltagsbezeichnungen gegenwärtig ist: u.a. in Berufsbezeichnungen und Straßennamen, in Bezeichnungen für Tiere" Pflanzen, Orte, Flurstücke... ;

- daß in den Medien (Tageszeitungen, Rundfunk, Fernsehen ..,), im Kulturleben (Bücher, Theater, Liedermacher, Seminare von Vereinen und Volkshochschulen ...) und im kirchlichen geben (Morgenandachten, Gottesdienste... ) auch die niederdeutsche Sprache benutzt wird;

- daß bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts Verträge, Gesetze, Inschriften... in niederdeutscher Sprache abgefaßt wurden,

 

 

III.2.3 Niederdeutsch im Religionsunterricht

Im Religionsunterricht ist es möglich, bei entsprechenden Gelegenheiten auf das Nebeneinander von Niederdeutsch und Hochdeutsch einzugehen, Beispiele hierfür können sein:

-Inschriften in niederdeutscher Sprache auf manchen Grab- und Gedenksteinen, Kirchenbildern und Kanzeln... ;

- Niederdeutsche Gesangbücher und Bibeln;

- Gottesdienste und Rundfunkandachten in niederdeutscher Sprache.

 

III.2.4. Niederdeutsch im Musikunterricht

In den Musikunterricht der Grundschule sollen auch niederdeutsche Lieder, Tanz und Bewegungsspiele einbezogen werden.

Hierfür bieten sich viele Beispiele aus der älteren Zeit oder aus der gegenwärtigen

Musikproduktion an.

 

III.2.5. Niederdeutsch in der Freien Arbeit

In den meisten Grundschulen ist es üblich, daß im Zusammenhang mit offeneren Unterrichtsverfahren Arbeitsecken oder Arbeitsräume eingerichtet wurden, in denen vielfältige Materialien für die Freie Arbeit bereitlegen Bei der Ergänzung und Einrichtung solcher Material-, Lese- und Arbeitsmittel-Sammlungen sollte darauf geachtet werden, daß einige dieser Materialien auch in niederdeutscher Sprache vorliegen.

 

III.2.6 Niederdeutsch in Arbeitsgemeinschaften

Interessierte Schülerinnen und Schüler sollten während der Grundschulzeit mindestens einmal die Gelegenheit erhalten, an einer Niederdeutsch-Arbeitsgemeinschaft teilzunehmen, Dort wird man verschiedene Schwerpunkte verwirklichen können: z.B. Lieder singen, Texte lesen, kleine Sketche und Theaterstücke einüben, Beiträge zu Schulveranstaltungen leisten.

In einer solchen Arbeitsgemeinschaft wird es gelegentlich auch möglich sein, die niederdeutsche Sprache zu erlernen, Dabei kann es hilfreich und zweckmäßig sein, niederdeutsch sprechende Personen aus dem schulischen Umfeld - u.a. Nachbarn, Eltern, Großeltern - in die Arbeit einzubeziehen. Bewährt hat sich der Einsatz von sogenannten "Paten", die mit interessierten Schülerinnen und Schülern außerhalb der Unterrichtszeiten regelmäßig niederdeutsch sprechen.

 

 

 

IV. Niederdeutsch in der Sekundarstufe 1

IV.l. Allgemeines

Grundsätzlich gilt, daß in den weiterführenden Schulen - ebenso wie in der Grundschule - Niederdeutsch-Kenntnisse nicht in einem eigenständigen Fach zu vermitteln sind, sondern anhand entsprechender Themen in den jeweils dafür vorgesehenen Fächern.

Die grundlegenden Kenntnisse und Fähigkeiten, die die Schülerinnen und Schüler in der Grundschule erworben haben, sind zu vertiefen und zu ergänzen.

Im Verlauf der Sekundarstufe 1 sollen die Schülerinnen und Schüler folgende Lernziele erreichen:

Sie müssen

- die sprachliche Situation der Menschen in Schleswig-Holstein - verschiedene Sprachen, verschiedene Mundarten - näher kennenlernen,

- grundlegende Kenntnisse über die sprachgeschichtliche Entwicklung der niederdeutschen Sprache erwerben.

Darüber hinaus sollte - wo immer die schulischen und personellen Verhältnisse es zulassen - angestrebt werden, daß die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit erhalten, in einer Arbeitsgemeinschaft die Niederdeutschkenntnisse - Hören, Sprechen, Singen, Spielen ... - zu vertiefen.

Naturgemäß kommt dem Fach Deutsch hierbei eine wesentliche Aufgabe zu. Das entbindet aber die Lehrerinnen und Lehrer anderer Fächer nicht von der Verpflichtung, solche Themen zu behandeln, die ihrer Natur nach in deren Aufgabenbereich fallen.

IV.2. Niederdeutsch im Deutschunterricht

Die Thematisierung von niederdeutscher Sprache und Literatur ist von der Sache her vor allem Bestandteil des Deutschunterrichts, Die Lernziele für die niederdeutschen Bestandteile werden deshalb aus den allgemeinen Zielsetzungen für den Deutschunterricht der Sekundarstufe 1 abgeleitet. Für den Sprachunterricht ist hier vor allem die Weiterentwicklung von Sprachaufmerksamkeit und Sprachbewußtsein zu nennen, um über eigenes und fremdes Sprachhandeln nachdenken zu können. Der Umgang mit niederdeutschen Texten trägt zum Verständnis der gegenwärtigen und vergangenen Sprachwirklichkeit bei.

Im einzelnen muß sichergestellt werden, daß die Schülerinnen und Schüler

- erfahren, daß die niederdeutsche Sprache in ihren verschiedenen mundartlichen Ausprägungen und Erscheinungsformen eine wichtige Existenzform der deutschen Sprache ist;

- Situationen kennenlernen, in denen Niederdeutsch verwendet wird;

- einige wesentliche - sprachgeschichtliche, grammatikalische und stiIistische - Unterschiede zwischen Hoch- und Niederdeutsch kennenlernen,

- typische Beispiele für den im Laufe der Sprachentwicklung erfolgten Eingang niederdeutscher Sprachelemente in die hochdeutsche Gegenwartssprache erkennen können;

- einige - ältere und neuere - niederdeutsche Autorinnen bzw. Autoren und einige ihrer Texte kennen;

- im Umgang mit niederdeutschen Texten aus Vergangenheit und Gegenwart Beispiele verschiedener literarischer Textsorten kennenlernen.

Darüber hinaus ist zu wünschen, daß die Schülerinnen und Schüler

- niederdeutsche Alltagsbegriffe, Wörter und Redewendungen verstehen, aussprechen und in konkreten Sprechsituationen anwenden können;

- niederdeutsche Texte durch Lesen erschließen können;

- lernen, niederdeutsche Texte, Theaterstücke, Lieder usw. aus Vergangenheit und Gegenwart kritisch zu betrachten und zu bewerten;

- historische Formen des Niederdeutschen - zumindest ansatzweise - kennenlernen und deren kulturhistorische Bedeutung erfahren;

- Unterschiede der mundartlichen Formen als Regionaldifferenzierung erfahren;

- verschiedene Werturteile über das Nie(Niederdeutsche kennenlernen und kritisch überprüfen.

 

IV.3. Niederdeutsch in anderen Fächern

Wenn auch die wesentlichen Inhalte aus dem Bereich des Niederdeutschen im Deutschunterricht behandelt werden messen, so gehört es doch selbstverständlich zu den Aufgaben der Lehrerinnen und Lehrer anderer betroffener Fächer, solche Themen in ihren Unterricht einzubeziehen, die jeweils aus der Sachproblematik heraus wichtige Beziehungen zum Niederdeutschen aufweisen.

Im Englischunterricht z.B. lassen sich vielerlei Ähnlichkeiten mit der (nieder-)deutschen Sprache nur erklären, wenn auf entsprechende sprachgeschichtliche Zusammenhänge eingegangen wird.

In den sachkundlichen Fächern - Geschichte, Erdkunde, Biologie. - -, - bieten z. B. plattdeutsche Orts-, Flur-, Straßen-, Familien-, Tier- und Pflanzennamen..... viele Ansatzpunkte, in eine Thematik einzuführen oder besondere Themen hinsichtlich ihrer niederdeutschen Vergangenheit zu erweitern und zu vertiefen ..... ; manche Texte aus der niederdeutschen Literatur (Fritz Reuter ...) erhellen sozialgeschichtliche Gegebenheiten besser als andere Quellen.

Im Religionsunterricht werden kirchengeschichtliche Zusammenhänge gar nicht sachgerecht dargestellt werden können, wenn nicht auch auf plattdeutsch abgefaßte Quellentexte und sprachpolitische Zusammmenhänge eingegangen wird.

Und in den künstlerischen Fächern - vor allem im Musikunterricht - gehört niederdeutsches Lied- und Volksgut ebenfalls zum Bildungskanon, wenn nicht Wesentliches vernachlässigt werden soll.

 

IV.4. Niederdeutsch im Wahlpflicht- und Wahlbereich

Auch in allen anderen Veranstaltungs- und Unterrichtsformen der weiterführenden Schulen, die dem Wahlpflicht- und Wahlbereich zugeordnet sind, sollte das Niederdeutsche - jeweils nach Situation und Möglichkeit der einzelnen Schulen - angemessen berücksichtigt werden, damit einschlägig interessierte Schülerinnen und Schüler Gelegenheit erhalten,

- ihre Kenntnisse und Fähigkeiten aus dem Bereich des Niederdeuitschen zu erweitern und zu vertiefen;

- evtl. vorhandene Vorbehalte und Vorurteile gegenüber dem Niederdeutschen zu erörtern, zu prüfen und ggf. abzubauen;

- sich aktiv an Pflege und Erhalt der niederdeutschen Sprache zu beteiligen.

Zu realisieren sind solche Angebote z.B. im projektorientierten Unterricht der verschiedenen Fächer, in fächerverbinden den oder fächerübergreifenden Projekten, in Wahlpflichtkursen und -veranstaltungen, in den Grund- und Leistungskursen, in freiwilligen Arbeitsgemeinschaften oder bei der Vorbereitung und Durchführung von Klassen- und Schulfesten.

Arbeitsfelder und -bereiche können alle Themen und Inhalte sein, die auch im üblichen Unterricht bedeutsam sind: Literatur, Film, Theater, Fernsehen, Show, Gesang, Werbung, Tanz, historische Zeugnisse, aktuelle Entwicklungen... ; auch die Arbeitsformen unterschieden sich grundsätzlich nicht von den im Wahlpflicht- und Wahlbereich üblichen.

Die Beschäftigung mit Themen und Inhalten aus dem Bereich des Niederdeutschen im Wahlpflicht- und Wahlbereich trägt in besonders motivierender Weise zur Orientierung der Schülerinnen und Schüler über menschliches Zusammenleben bei und ist geeignet, Schwerpunkte und bereichernde Freizeitanregungen für die individuelle Lebensgestaltung zu vermitteln.

 




Düsse Siet is maakt or verbetert worrn an'n 02.05.1999.
Zentrum für Niederdeutsch in D-23909 Ratzeburg
http://www.zfn-ratzeburg.de/ - zfn@zfn-ratzeburg.de